Die Wunden der Vergangenheit hinter sich lassen.

Wenn wir uns auf den Weg machen, um uns selbst zu begegnen, dann führt dieser Weg uns oft in die Vergangenheit. Hier können wir viel lernen. Vieles ist relativ einfach zu verstehen. Wir können uns selbst und unsere alten Muster enttarnen und uns der Ursache unserer Problematiken bewusst werden. Wie aber geht es dann weiter? Bis zu diesem Punkt war der Weg oft einfach. Vor allem auch deshalb, weil uns dieser Weg bekannt war. Er hat ja in die Vergangenheit geführt. Dort haben wir Verlorengegangenes gesucht und gefunden. Dort haben wir Ursachen erkannt und Zusammenhänge verstanden. 

Wir finden uns also irgendwann wieder in der Gegenwart, mit all dem neuen Wissen und gelernten. Nun passiert es oft, dass das Gefühl entsteht, man stecke fest. Man sieht keinen Weg mehr. Der Weg zuvor war bereits geebnet. Nun steht man vor der Wildnis des Lebens. Keine Pflastersteine und Wegweiser gibt es dort, nur weites Land und leuchtende Sterne. Das Leben fordert uns auf, unseren eigenen Weg zu gehen und zeigt uns damit unweigerlich, ob wir uns diesen zutrauen. Wir müssen genau das hinter uns lassen, was wir kennen, um weiter zu wachsen.

 

Wir müssen unsere Kindheit hinter uns lassen. 

Dies ist ein gewaltiger Schritt und fällt besonders dann schwer, wenn wir im Unfrieden sind mit unserer Kindheit, unserer Vergangenheit. Es gilt zu erkennen, dass die Schlacht der Vergangenheit längst geschlagen ist. Es gibt nichts mehr, um das man kämpfen kann. Wer jetzt noch Krieg führt, der führt ihn gegen sich selbst. Der Krieg ist vorbei und hat seine Opfer hervorgebracht. Wogegen kämpft man dann noch? Wen versucht man zu verteidigen? Wo liegt der Konflikt in uns? Was hält uns davon ab, das Schwert nieder zu legen und Frieden zu schließen? Die Antwort ist stehts die Selbe: Man selbst ist es. 

Wir kämpfen gegen unsere Erinnerung und identifizieren uns gleichsam mit ihnen. Wir selbst sind das größte Hindernis auf dem Weg der Vergebung. Denn letzten Endes sollten wir uns selbst vergeben. Unsere Schwäche, unsere Not, unsere Hilflosigkeit und unsere Ängste. Können wir unsere Vergangenheit so sehen wie sie ist und uns vergeben, dass wir daran nichts ändern konnten? Können wir das Leben akzeptieren und den Seelenweg der uns vorbestimmt ist?

Wenn ja, Dann können wir damit beginnen, Frieden zu schließen. In diesem Moment, fließt keine Kraft, keine Energie mehr in den Kampf mit der Vergangenheit. Wir haben diese Energie dann wieder im Hier und jetzt und können sie auf unsere Zukunft lenken. Auf das wilde Leben, das darauf wartet von uns erfahren zu werden. Genau das ist der Schlüssel. Erfahrung. Handlung. Leben. Es gibt in diesen Prozessen keinen besseren Lehrmeister als die Natur selbst. Man sollte sie zu Rate ziehen und sich in ihr niederlassen. Sich und seinem Prozess einen Rahmen, eine Zeit gönnen um Frieden zu schließen und befreit und gelöst, den eigenen Weg zu gehen.

In diesem Sinne wünsche ich euch Friedlichkeit mit Euch selbst und dadurch auch mit der Welt.

Dinah