Weihnachten bei den "Heiden"

Da wir in letzter Zeit häufiger darauf angesprochen wurden, möchte ich ein wenig dazu schreiben, wie wir so ein „christliches“ Fest wie Weihnachten als Schamanen feiern.

 

Tatsächlich sind manche Leute verdutzt, wenn sie hören, dass auch wir einen Weihnachtsbaum haben. Auf unserem Tisch brennen auch Kerzen, es werden Plätzchen gebacken und an Weihnachten gibt es bei uns Geschenke und Familienfeiern.

 

Dies steht für uns in keinerlei Widerspruch zu unseren Ansichten über die Schöpfung, unserem Glauben an die Geister oder unserem Lebensweg. Das tut es vor allem auch darum nicht, weil die meisten Gebräuche einen heidnischen Ursprung haben und von der Kirche lediglich übernommen und abgewandelt wurden.

Der Weihnachtsbaum war lange Zeit sogar von den Christen verboten worden. Die sogenannten Heiden brachten zum Jahresende allerlei immergrüne Äste und Bäumchen ins Haus um die Wald und Pflanzengeister zu Ehren. Die immergrünen Zweige waren ein Symbol des Lebens und Überlebens in der kalten Jahreszeit. Sie wurden mit Äpfeln und Kerzen geschmückt. Diese standen für das wiederkehrende Licht und die Fruchtbarkeit. Stechpalme und Mistel symbolisierten die Weiblichkeit und Männlichkeit und wurden oft in Bündeln aufgehängt oder zusammen mit Wünschen ins Feuer geworfen. Nachdem sich die Heiden von all diesen Bräuchen nicht abbringen ließen, übernahmen die Christen diese Bräuche als ihre und gaben ihnen eigene Bedeutungen. Ähnlich gestaltet es sich auch mit dem Adventskranz und vielen anderen Bräuchen um diese Zeit. 

Die Geschichte von Jesu Geburt selbst, ist eine Abwandlung der alten Legende, in der die Erdenmutter in der tiefsten Nacht den neuen Sonnenkönig zur Welt gebracht hat. Im Jahre 330 wurde der 25. Dezember als Tag der Christi Geburt von Kaiser Konstantin festgelegt. Er benannte das Christuskind "lux mundi" - als Licht der Welt –als welches er fortan gefeiert werde sollte. Der Ursprung dieses Festes ist jedoch uralt und in nahezu allen Kulturen findet man Mythen und Sagen zu jener Zeit. 

 

 

Das Wort Weihnachten kommt von „geweihten Nächten“ und beschreibt die Heiligkeit die dieser besonderen Zeit innewohnt.

 

Darum feiern auch wir Weihnachten. Nur nicht im christlichen Sinne.

Wir haben keine Krippe, Lieder oder Geschichten zur christlichen Mythologie. Wir erzählen uns von der Erdmutter, die das Sonnenkind zur Welt bringt und schmücken unser Haus, wie unsere Vorfahren, mit immergrünen Zweigen und Lichtern. Wir sorgen in dieser Zeit für Ruhe und Stille und verbringen viel Zeit mit unseren Familien. Das Schenken, sehen wir persönlich als Brauchtum unserer Kultur an und daher gibt es auch bei uns am 24.12. Geschenke. Wir reden aber auch über die großen Geschenke, die uns das Leben in diesem Jahr gemacht hat und genießen unsere warme Stube und gutes Essen.

In diesem Sinne wünsche ich auch euch und euren Familien eine stille und gemütliche Weihnachtszeit.

 

Dinah