Die spirituelle Reise der Mutter

Uns wurde schon ein paar mal die Frage gestellt, ob Frau, wenn sie beschließt Mutter zu werden, ihre eigene spirituelle Selbstsuche und Entwicklung für diesen Lebensabschnitt stoppen muss.

 

Erst kürzlich erzählte eine junge Frau die demnächst heiraten wollte, von ihrer Sorge um den Kinderwunsch herum. Sie habe Angst keine Zeit mehr für ihre spirituelle Entwicklung zu haben und fürchte sogar, dass ihr der Kontakt zur spirituellen Welt abhanden käme sobald sie nicht mehr regelmäßig damit arbeitet. Diese Gedanken spuken wohl in einigen Köpfen herum und so widme ich mich hier all den Frauen, die demnächst planen Mutter zu werden oder es vielleicht gerade werden und/oder geworden sind.

 

In keiner anderen Zeit seid ihr den Geistern der Schöpfung und eurer Bestimmung im Menschsein und Frausein näher als in Schwangerschaft, Geburts- und Stillzeit!

 

Ihr dient dann in jedem Moment und vollkommen ganzheitlich der Schöpfung, in dem ihr neues Leben in euch wachsen lasst, es auf diese Welt bringt und mit eurem Körper und eurer Liebe nährt.

Die Reise ins Elternsein ist der größte und allumfaßenste Transfomrationsprozess zwischen Pubertät und Tod. Wer sich die Heiligkeit und die tiefe spirituelle Transformation bewusst macht, der kann auch sehr tief damit arbeiten und vollzieht mit dem Schritt ins Eltern-werden eine Initiation in ein neues Leben auf allen Ebenen.

 

Das Wunder des Lebens ist nicht nur eine zeitweise auftretende Phase im Leben. Es geschieht mit  und in uns und aus uns heraus. Wir sind Teil der Schöpfung selbst, mehr denn je denn wir sind mit allen Bereichen an diesem Wunder beteiligt.

Unser Körper, der diese winzige Samenzelle empfängt und sie in sich aufnimmt, sie versorgt und wachsen lässt und schließlich auf die Welt bringt,  ist dabei genauso involviert wie unser Geist, unsere Seele und unsere Persönlichkeit selbst. Darüber hinaus bewegt sich durch jedes neue Kind, welches auf dem Weg in die Welt ist, unser Familien und Ahnensystem.

Dadurch kommen in der Schwangerschaft oft Themen aus der Familie zum Vorschein, die geklärt werden möchten. Wir tragen das Erbe unserer Familien mit uns herum und geben es an unsere Kinder weiter. In der Schwangerschaft haben wir daher die Gelegenheit,  mit dem Erbe zu arbeiten bevor dies auf ein weiteres Familienmitglied übergeht.

Gerade beim ersten Kind bewegt sich zudem viel zwischen dem Elternpaar. Sie wachsen nun gemeinsam in einen neuen Lebensabschnitt und nehmen eine neue Stellung in ihrer Familie ein. Dies erfordert, sich von den eigenen Eltern (falls noch nicht geschehen) abzunabeln.

Ich könnte noch viel dazu schreiben, aber letztendlich zeigt dies ja schon deutlich, dass die Phase jeder Schwangerschaft und das Elternsein selbst genug Themen bietet, um diese spirituell und ganzheitlich zu bearbeiten.

Aber was ist dann?

Was passiert nach der Geburt mit dem eigenen spirituellen Weg?

Ihr geht ihn weiter. Er ist anders als vorher und ihr könnt ihn vielleicht nicht genauso weiterführen, wie ihr es gewohnt seid aber er ist nicht verschwunden. Energetisch ist eine Mutter mit dem Baby noch über die Geburt hinaus verbunden. Im yogischen geht man von etwa drei Jahres aus, die ein neugeborener Mensch braucht, um sein eigenes Energiefeld aufzubauen. In dieser Zeit umgibt das Energiefeld der Mutter das Kind. Dein Baby bekommt also mit, wie stark das Feld ist, ob es geschützt ist oder nicht und natürlich auch, wie es dir darin geht. Gerade darum solltet ihr euch und dieses Feld pflegen und schützen und gut umsorgen. Natürlich sind die Bedürfnisse eines Babys wichtiger zu nehmen, denn sie sind unmittelbar von dir den Eltern, gerade der Mutter abhängig. Das ist auch gut so und eine Mutter, welche sich liebevoll um ihr Kind sorgt, ist das schönste Geschenk an Mutter Erde und ihre Schöpfung. Es bedeutet aber nicht automatisch, dass man selbst keine Bedürfnisse mehr hat. Hier beginnt es für viele schwieriger zu werden. Wir sind eben in unserer emanzipierten Welt als Frau oft ganz schon überfordert. Ein ist aber klar: wer seine eigenen Bedürfnisse nicht mehr sieht, der kümmert sich auch nicht mehr um sein Wohlbefinden und sein Energiefeld und wird damit auch dem Kind keinen gefallen tun! 

Wenn ihr Mutter werdet oder geworden seid, dann macht euch jeden Tag bewusst wie urweiblich euer Muttersein ist und wie eng ihr verbunden seit mit den Kräften der Schöpfung. Arbeitet mit ihnen zur Geburtsvorbereitung und arbeitet auch nach der Geburt mit ihnen weiter. Lernt das Leben neu kennen im dem ihr es selbst erleben und mitgestalten könnt. Lernt von den tiefen Augen eines Neugeborenen die Weite der Welt. Lernt aus ihren Tränen die Zerbrechlichkeit allen Lebens und behaltet dieses Wundern, diese Faszination bei. Das ist das Leben! Frei und unvoreingenommen sind nur die Kinder.

 

Seht was sie euch zeigen und mitbringen. Erkennt sie als eure großen Lehrmeister an. Übt euch darin all eure Bedürfnisse als Familie zu erkennen und findet euch selbst wieder in diesem neuen Lebensabschnitt.

Spiritualität passiert nicht nur auf Seminaren und in Gruppen. Sie ist Teil eures Lebens und zeigt sich euch in jedem Lebensabschnitt, aus dem ihr lernen und wachsen könnt.

Sicherlich muss man vielleicht auf Dinge verzichten, die man vor dem Elternsein gemacht hat. Aber tatsächlich geht es nicht darum, das alte Leben aufrecht zu erhalten. Es geht darum gemeinsam mit dem (und jedem) neuen Menschen der in unsere Familie kommt, das Leben neu zu entdecken und zu gestalten.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen Mamas und Baldmamas da draußen eine wunderbare Reise….

 

Dinah