Verantwortung

 

Ich möchte über die Betroffenheit sprechen. Dies kann ich nicht wertfrei, nicht neutral. Genau darin sehe ich nämlich das Problem. So viele Menschen sind wir hier. Gebildet und umsorgt in einem Land des Überflusses lebend. Früher dachte ich oft, ich wäre in der falschen Zeit geboren. Ich wollte gern ein Kind der 68 sein. Die Flower-Power Welle erleben und mir in San Francisco Blumen ins Haar flechten… Heute weiß ich, das ich genau richtig bin hier und jetzt. Jede Generation hat ihre Zeit, ihre Aufgaben, Herausforderungen. Jede Generation wächst über die vorherige hinaus. So geschieht Wandel, Bewegung und am Ende auch jeder Fortschritt. Würden immer alle das Gleiche tun, wären wir nie gewachsen. Der Mensch aber hat einen inneren Antrieb, zu wachsen und zu transformieren. Wir wollen unsere Bestimmung erfüllen. Es besser machen. Unglücklicherweise haben sich aber unsere Ziele fehlentwickelt. Ansehen ist mit Geld und Ego verknüpft. Wer viel hat, der hat es geschafft. Wir kaufen uns den Rausch des schnellen Glücks. Sind süchtig nach Anerkennung. So sehr sehnen wir uns danach, das wir bereit sind alles zu tun um uns gesehen und geachtet zu fühlen. Es ist dabei recht einfach, die Augen zu schließen und weg zu sehen. Wir haben genug Ablenkung, die uns die Sinne trübt. Gleichzeitig spüren wir tief in uns, dass unsere Herzen an gedeckten Tischen verhungern und wissen nichts dagegen zu tun. 

 

Wir sind die Generation Fernseher. Bequem eingemummelt auf dem Sofa lassen wir uns berieseln. Wir behandeln uns und unsere Umwelt wie Maschinen die ihren Dienst zu erfüllen haben. Erschaffen ständig neue Symptome… ich könnt ewig so weiter machen…. Man mag es nicht mehr hören. Wir haben unsere Verantwortung abgegeben. Wir schwimmen mit. Lassen uns treiben im graden Kanal der plastikverseuchten See.

 

Und nun? Wie kommen wir da wieder raus?

 

 

 

Der wichtigste Schritt ist die VERANTWORTUNG

 

Wir müssen sie wieder an uns nehmen! Die Verantwortung für unser Leben, für unsere Herkunft, für unser Land, unsere Zeit und unsere Welt. Wir sind die Erben unserer Familien und es liegt an uns, was wir mit diesem Erbe machen.

Wir kennen das leichte Leben. Haben weder Krieg noch Hunger erlebt und das Elend der Welt ist weit entfernt von unseren stabilen Häusern. Das Aufstehen aus unserem gemütlichen Sofa ist nicht leicht. Aber es war nie wichtiger!

Wir sind längst an der Reihe. Die nächste Generation steht schon auf der Straße und wir schauen uns ihren Protest vom Sofa aus an.

 

Wir sind Verantwortlich! Jeder! Wir können handeln! Wir können etwas ändern! Wir haben Macht! Wir müssen aus dieser Ohnmacht raus und in unsere eigenen Kraft.

 

Es ist unsere Welt, die wir zerstören. Es sind unsere Schwestern und Brüder, die wir ausbeuten.

Unser Land, dass wir vergiften. Wir sind die Täter die sich zu ihren eigenen Opfern machen.

Aber wir haben die WAHL.

Wir können uns und unser Leben ändern. Wir können etwas dazu beitragen und wir müssen es. Wir müssen uns wieder als Teil der Welt verstehen und unsere Verantwortung darin begreifen. Wir müssen erwach(s)en! Schnell! Wir müssen ins "Hier und Jetzt" kommen und uns bewegen. Es liegt an uns! Keine Ausreden mehr.

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Kommentare: 1
  • #1

    Jojo (Mittwoch, 27 Januar 2021 23:16)

    Man ist wer man ist, in ständigen Wandel.
    Ich würde nicht sagen wir leben in einem Land des Überflusses; das mag oberflächlich klar so sein, doch gibt es auch hier genug Armut(dies nicht nur auf das Herz bezogen).
    Ich würde nicht behaupten, das die Gesellschaft im Westen faul im Sinne von "kein Interesse für das übrige, nur noch Fernsehen" geworden ist. Eher möchte ich behaupten, das es eine patriotische Richtung im Sinne von "gut Menschen" gibt, die keine wahre Kritik mehr verkraftet. Eine Welt die in einem Zustand des "alles ist gut" leben möchte, ohne zu begreifen, dass sich das Leben immer in einem Graubereich bewegen wird. (Und wir brauchen das "schlechte" um uns entwickeln zu können.) Diese Gesellschaft steuert eher auf eine Absolutheit hin, wo es nur noch gewisse Vorstellungen von "Gut" und "schlecht" geben soll. Wäre alles so "super" wie sich die heutige Bewegung alles vorstellt, wären wir nur noch gleichgeschaltet Maschinen. Die Menschen streben nach Frieden, aber auf dem Weg dorthin vergessen sie die ganzen Menschen die daran unter gehen. Es gibt nicht DEN Friedvollen Weg. Ausgeschlossen.
    Ich weiche ab :D Naja, jedenfalls eine interessante Idee/Gedanken.
    Ps: Ja, das Plastik im Meer ist bedenklich, aber finde ich es viel bedenklicher was es das fanatische Streben das die Menschen gleichgeschaltet; und neuer Diktatur angeht. Das kann mehr Schaden anrichten. Unsere Erde ist viel stärker als wir, das begreift nur irgendwie keiner. Wir nutzen nicht die Natur für uns. Wir sind auch Natur. Aber das was uns umgibt, das braucht uns nicht. Die Natur wir noch da sein, wenn die Menschen ausgestorben sind.
    Ich spreche mich nicht gegen die Natur aus, nein, ganz im Gegenteil, ich begreife nur, das wir die Menschen (auch wenn sie den Planeten vergiften) nie gewinnen können. Hab so den Eindruck, das Sie die Natur, der Sie soviel zusprechen nicht ganz vertrauen/kennen.
    Ich denke, man ist nicht auf der Welt um was zu reparieren, sondern um sich zu entdecken. Kein Mensch kann von sich behaupten sich absolut zu kennen (das ist jetzt an die Denker gerichtet, auch wenn ich mich gerade sehr salopp ausdrücke) und deshalb wird man auch nicht Mutter Erde heilen.. mit jeder Heilung versucht man doch im Grunde sich selbst zu heilen. Hab jetzt zwar ein bisschen Wirr "geschossen" aber das mal so Grob von meiner Sicht aus.

    Zum Ende, das was ich geschrieben habe soll in keiner Weise ein Persönlicher Angriff sein, nein, ich finde es sogar sehr schon, wenn es Menschen gibt, die sich solche Gedanken machen und ich stimme mit vielen Gedanken überein. Das soll lediglich ein Austausch an Gedanken sein.
    Danke.